Malta & Gozo 2014 (August)

Valetta

Fangen wir mal mit der Hauptstadt Valetta an: Wenn man per Linienbus nach Valetta kommt, wird man irgendwann am Triton Fountain aussteigen. Hier ist erstmal Endstation, denn in der Altstadt geht es nur zu Fuß weiter. Umso beeindruckender sind die ersten Schritte in Richtung der mittelalterlichen Stadt. Man geht über eine Brücke, welche zu beiden Seiten von extrem breiten und tiefen Gräben begrenzt wird. Dahinter folgt eine Befestigungsmauer von monströser Größe, welche sich um die komplette Altstadt zieht. Man fühlt sich wirklich, als würde man grade die Tore von Meereen oder Yunkai (aus der Serie Game of Thrones) betreten. Solch beeidruckende Befestigungsanlagen habe ich noch nie zuvor gesehen. Sowohl diese Mauern als auch die anderen Gebäude sind mit einer Art hellem Sandstein gebaut, sodass dadurch ein ganz eigener Flair in der Stadt entsteht. Ein historisches Schauspiel findet mit der Saluting Battery täglich um 12 Uhr an den Upper Barrakka Gardens statt. Von Uniformierten werden mit einer Zeremonie mehrere Kanonenschüsse abgefeuert. Man sollte zeitig vor Ort sein, um eine gute Sicht auf das Spektakel zu erhalten, denn es war bei uns sehr voll. Um das volle Ausmaß der Wehrhaftigkeit der Stadt zu erleben, muss man sich die Stadtmauern bei einer Hafenrundfahrt anschauen. Wirklich Interessant ist hierbei der Kontrast zwischen Moderne und Altertum. Im modernen Hafen fahren allerlei große Frachter und futuristisch anmutende Yachten ein und aus. Ganz persönlicher Tipp von mir: Auf jedenfall eins von den super leckeren Zitronensorbets probieren, welches hier und da an Eiswagen angeboten wird. Das Eis war so erfrischend lecker, und versüßt einem dabei den Spaziergang durch die vielen schmalen Gassen Valettas.

Marsaxlokk

Ausser wenn man nach Valetta möchte, macht es Sinn sich einen Mietwagen zu leihen und die Insel auf diese Weise zu erkunden. Im Süden von Malta haben wir das Fischerdorf Marsaxlokk besucht, welches durch sein reichhaltiges Angebot an frischem Fisch bekannt ist. Auch wenn man etwas geruchssensibel ist, sollte man sich den Markt am Hafenbecken nicht entgehen lassen (findet jeden Sonntag statt). Hier wird der frische Fisch teilweise direkt vor der eigenen Nase zerlegt und für den Verkauf zubereitet. Die vielen traditionellen bunten Fischerboote sorgen für jede Menge Nachschub an Meeresfrüchten. Wenn man auf ein Souvenier aus ist, noch schnell ein Handtuch für den Strandtag oder eine Schnorchelausrüstung kaufen möchte, ist man hier auch richtig.

Die Blaue Grotte

Von Marsaxlokk führte uns der Weg weiter zur Blauen Grotte, welche zu unserer Freude alles andere als nur blau ist. Aber dazu gleich mehr. Die Blaue Grotte liegt an der Südwest Küste von Malta, in der Nähe der Stadt Bubaqra. Bei Ankunft merkt man, dass die Touren zur blauen Grotte touristisch voll ausgeschöpft werden. Es ist zwar noch kein unerträgliches Maß an Massentourismus erreicht, aber es geht sehr geschäftig zu. Souvenirläden, ein Restaurant, ein großer Busparkplatz und Boote die im Minutentakt die Blaue Grotte anfahren. Rettungswesten an, ab aufs Boot und dann gehts entlang der steilen Klippen etwa eine halbe Stunde lang durch wunderschöne Grotten. Der Ausflug lohnt sich. Die zerklüfteten Felsen sind durchlöchert wie ein Schweizer Käse, und das Wasser schimmert in den Höhlen in wunderschönen Blautönen. Aufgrund verschiedener Algenarten sind die Felsen in rot, violett und orange gefärbt.

Die Silent City - Mdina

Nun gehts weg von der Küste ins Inland, zur Silent City Mdina. Sie liegt im Zentrum der Stadt Rabat und hat nur 300 Einwohner. Auch hier sind wieder einmal Kraftfahrzeuge tabu, sodass wir auf dem Parkplatz vor dem Eingangstor parken und zu Fuß weitergehen mussten (wer nicht zu Fuß gehen will, kann auch eine der vielen Kutschen nehmen, die durch die Stadt fahren). Ähnlich wie schon zuvor muss man durch ein von hohen Mauern gesäumtes Eingangstor gehen um die Stadt zu betreten. Nicht ganz so massiv wie in Valetta, aber nicht weniger schön mit antikem Flair behaftet. Den Charm dieser kleinen Enklave macht das Ursprüngliche aus, die Zeit scheint stehengeblieben. Es ist nicht hektisch, sondern ruhig und auf gewisse Weise beruhigend durch die engen Gassen zu gehen. Von den Stadtmauern hat man einen wunderbaren Rundumblick bis hin zur Küste.

Der Strandtag

Malta hat ein riesiges Angebot an Kultur und Geschichte zu bieten, aber auch ein entspannter Badeurlaub ist möglich. Hierzu muss alerdings gesagt sein, dass es nur vereinzelt Buchten gibt, an denen ein großer Sandstrand zu finden ist. Der Großteil der Küstenlinie ist mit rauen Felsen gesäumt und eignet sich weniger zum klassischen Strandaufenthalt. Die wenigen Buchten sind jedoch sehr schön und natürlich gehalten. Hier möchte ich ganz besonders den Nordwesten Maltas hervorheben: Neben der sehr touristisch geprägten Golden Bay (hier auch mehrere Hotels direkt am Strand) liegt etwas weiter südlich die Bucht Għajn Tuffieħa.
Dieser Strand ist ruhiger, natürlicher und meistens leerer als der große Bruder Golden Bay.

Gozo

Wer schon mal auf Malta ist, sollte auf jedenfall auch einmal auf die Nachbarinsel Gozo übersetzen. Dazu nimmt man die Fähre von IC-Cirkewwa im Norden von Malta nach Mgarr auf Gozo.

Auf Gozo möchte ich drei Stops hervorheben, an denen wir halt gemacht haben: Das Azure Window (Drehort von Game of Thrones),

den Strand ir-Ramla (hier habe ich leider keine Fotos gemacht) und zu guter letzt mein absoluter Favorit "Xlendi Bay". Ein kleines Städchen, welches sich wunderbarer Lage am Ende einer Bucht befindet und perfekt mit den Umgebenden Klippen verschmilzt. Bei einem Abendessen den Sonnenuntergang betrachten, Romantik pur!

Comino

Das wichtigste noch ganz zum Schluß: AUF KEINEN FALL zur Blue Lagoon auf Comino fahren. Hier werden von allen Städten aus Touren hin angeboten. Es ist Massentourismus pur. Vollkommen überfüllt, man bekommt keinen Platz mehr zum liegen und im Minutentakt legen Boote an und ab. Die folgenden Bilder sind von der Crystal Lagoon, welche sich unterhalb der Blue Lagoon befindet. Diese Bucht ist ein wahrer Kontrast zur Blue Lagoon, hier fahren die Ausflugsboote vor und man kann vom Boot aus Schnorcheln und schwimmen gehen. Es ist schöner und leerer. Diese Tour lohnt sich!