Islands Süden 2013 (März)

Ich habe festgestellt, März ist nicht die optimale Reisezeit um der Wikinger-Insel im Nordatlantik einen Besuch abzustatten. Ein Blizzard hat uns am vorletzten Tag in Vík í Mýrdal komplett eingeschneit, sodass die Rückfahrt nach Reykjavík entlang der südlichen Küste zu einem reinen Abenteuer wurde.

Wenn man stolz denkt, man hat mit einem 4x4 Offroader einen tollen Wagen für solch ein Unterfangen, dann kommt mal eben ein noch viel größerer Truck daher. Man fühlt sich klein. Auf dem Boden der Tatsachen zurück, zeigte sich dann auch warum bei manch einem Isländer die Wahl des Kraftfahrzeuges eine Nummer größer ausfiel. Ca. 100m nach unserem Tankstopp steckten wir trotz 4x4 Antrieb komplett fest und mussten uns mithilfe eines Einheimischen freischaufeln. Nach einer stundenlangen Fahrt durch dieses Schneegestöber, welches die Sicht auf ca. zwei Meter begrenzte, kamen wir noch pünktlich in Reykjavik an um unseren Rückflug am nächsten Tag zu erwischen. Soviel zu unserem "das erlebt nicht jeder" Teil dieser Reise.

 

Reykjavik

Die ersten Tage auf Island waren dann doch etwas touristischer geprägt. Meine Freundin und ich mussten uns nicht um viel Sorgen, da mein Freund Lukas dort studierte und somit diverse Hot Spots der Ess- und Trinkkultur in Reykjavik kannte. Hierzu zählt auf jedenfall das kex hostel, welches von allerlei Erasmus Studenten und co. bevölkert wird. Hier gibt es sagenhaft leckere Biersorten zu nicht ganz so günstigen Preisen im Vergleich zu Deutschland. Für Fast Food liebhaber bietet sich Aktu Taktu an: Ich weiß nicht mehr genau, welchen Deal wir hatten, aber die Menge an Cola, Pommes und Burger war enorm. Genauso wie das Verlangen nach mehr davon!

 

Zwei Tipps noch, was man aufjedenfall mal mitgenommen haben sollte im südlichen Island:

 

Das Flugzeugwrack einer U.S. Navy Maschine, welche im November 1973 am Sólheimasandur Beach abgestürzt ist. Wenn man Pech hat, muss man lange suchen bis endlich das noch gut erhaltene Wrack aus dem nichts auftaucht. Und mit nichts meine ich nichts! Alleine dieser riesige schwarze Strand wirkt wie eine Wüste, die in Lebensfeindlichkeit vielen anderen Gegenden der Erde in nichts nachsteht.

Der zweite Tipp dient eher der Entspannung. Wenn man bei Hveragerði die Straße Nr. 1 in Richtung Norden verlässt, kommt man zum Reykjadalur Hot Spring Trailhead. Von dort aus kann man in die nördlich liegende Hügellandschaft hinauswandern. Überall zischt und brodelt es aufgrund der geothermischen Aktivität im Boden. Diese beschert einem dann nach ein paar Kilometern einen angenehm warmen Fluss, welche durch heiße Quellen gespeist wird. Badesachen anziehen und in wunderschöner Kulisse entspannen!

 

Die folgenden Bilder geben noch einen Eindruck der restlichen Zeit auf Island:

Sehenswert ist der Hafen von Reykjavik an dem sich auch das 2011 eröffnete Konzert- und Opernhaus Harpa befindet.

Bei einem Abstecher ins Landesinnere sieht man eigentlich nichts. Allerdings ein faszinierendes Nichts, welches die raue und winterliche Seite Islands im März präsentiert. Peitschender Wind kombiniert mit extremer Kälte, die alles um einen herum hart und vernichtend anfühlen lässt. Eine Wüste aus Gestein und Eis soweit das Auge reicht.