Namibia 2016 (Oktober)

Intro

Zu Beginn kommen hier ein paar kurze Rahmenbedingungen zu unserem Trip:

 

Wir sind mit Qatar Airways von Frankfurt nach Windhoek geflogen (Zwischenstop in Doha). Die Fluggesellschaft ist auf jedenfall zu empfehlen, denn der Service an Bord ist sehr gut. Regelmäßig werden Getränke ausgeschenkt, das Essen war lecker und man bekommt viele Extras, wie z.b. Zahnbürste, Schlafmaske, Ohropax, etc.! Es gibt eine sehr gute Medienauswahl an Bord mit aktuellen Filmen und Serien.

In Namibia haben wir noch andere Reisende getroffen, die mit Namibian Airlines den kürzeren Direktflug von Frankfurt oder München gebucht hatten, allerdings gab es dort kaum Komfort und der Service sei auch nicht optimal gewesen. Für mich ist Qatar Airways auch aufgrund eines sehr günstigen Flugpreises die bessere Alternative!

 

Den Mietwagen (Toyota Hilux mit Dachzelt) haben wir zuvor über Bwana Tucke Tucke gebucht. Die deutsche Firma für Individualreisen im südlchen Afrika war immer aus Deutschland per Telefon erreichbar und die Buchung des Mietwagens hat sehr gut geklappt.

 

Da im Oktober noch Hauptsaison war, kamen wir nicht drum herum die Campingplätze alle im Voraus zu buchen.

 

Ankunft in Windhoek

Nach einer langen Übernahme und Einweisung in den Mietwagen (ca. 2 Stunden) ging es zu unserem ersten Campingplatz. Das Urban Camp ist ein gepflegter Campingplatz mitten in der Stadt, für die erste Nacht auf jedenfall zu empfehlen. So konnten wir am folgenden Tag noch alle grundlegenden Einkäufe machen ohne schon irgendwo außerhalb in der Wüste nach einem Supermarkt suchen zu müssen.

An unserem ersten Tag machten wir noch die Stadttour mit, welche wir auch über Bwana Tucke Tucke gebucht hatten. Absolutes Highlight war das historische Gefährt mit dem wir abgeholt wurden! Unser Guide war sehr freundlich und bemüht uns viel zu zeigen, jedoch fiel es ihm anscheinend schwer auf individuelle Fragen zu Stadt und Land zu antworten. Er hatte halt sein Standardrepertoir, was er abarbeitete. Die Tour hat sich als Einstieg trotzdem gelohnt. Lediglich die Fahrt durch Katutura hat sich aufgrund einer Panne nach hinten verschoben, sodass wir leider nur im dunkeln durch das Township gehastet sind. Bedingt durch die Dunkelheit und die ausgelassene Feierstimmung mit viel Alkohol war es befremdliches Erlebnis. Den Abend verbrachten wir noch ganz klassisch, wie es sich für einen Touristen gehört, in Joe's Beerhouse. Als Bar/Restaurant ist es der Touristen Hot Spot in Windhoek. Ein Besuch lohnt sich aufgrund der seeeehr ausgefallenen Deko und Raumgestaltung auf jedenfall! Hunderte von Jägermeisterflaschen und andere Kuriositäten zieren die Wände. Das Essen und das Bier dort (Windhoek Lager) sind auch sehr zu empfehlen!

Die Kalahari

Am nächsten Tag machten wir Morgens unseren Großeinkauf. Irgendwie fühlt ich mich beim Einkauf gar nicht so fremd, viele deutschstämmige Einwohner besuchten die zahlreichen "Bäckereien" und "Metzger" und bestellten dort  Brötchen, Apfelkuchen, Bratwurst oder Fleischkäse. Hinter den Theken wurde sogar deutsch gesprochen!

Während wir dort einkauften war unser Auto auf dem Parkplatz durch Security gut bewacht (ein kleines Trinkgeld gibts bei Rückkehr zum Auto). Insgesamt haben wir uns während der gesamten Reise nicht einmal unsicher gefühlt, so viel schonmal vorweg.

Nach dem Großeinkauf ging es auf der B1 ca. 250 km in Richtung süden. Landschaftlich hat diese Strecke nicht sehr viel zu bieten. Kurz vor Mariental bogen wir links auf die C20 ab und fuhren dann weiter in Richtung Bagatelle Kalahari Game Ranch. Die Anfahrt zur Ranch durch den feinen roten Sand der Kalahari sorgte schon für ein besonderes Erlebnis. Am Haupthaus angekommen wurden wir sehr freundlich mit einem selbgemachten Eistee empfangen. Wir erhielten einen Camping Stellplatz mitten in den roten Dünen der Kalahari und der nächste Stellplatz war hunderte Meter entfernt! Ich kann jetzt schon sagen, dass die Bagattelle Kalahari Game Ranch eine der schönsten Campingplätze unserer Tour war. Gegen Nachmittag machten wir noch einen tollen Ausritt durch die Dünen, welcher von der üblichen "Sundowner Zeremonie" abgerundet wurde.

Der Süden & Fish River Canyon

Nach einem wundervollen Sonnenaufgang in traumhafter Stille mussten wir nun die Bagatelle Kalahari Game Ranch wieder verlassen. Auf der B1 ging es weiter in Richtung Süden. Auf dem Weg sollte man in Keetmanshoop noch einmal einen Tank- und Einkaufsstop machen, denn die Gegend wird zunehmend einsamer und es bieten sich so ziemlich keine Möglichkeiten mehr auf Versorgung (ausgenommen sind die Camps und Lodges). Auf der B4 und C12 ging es immer weiter durch triste und trockene Umgebung. Die Straße schien mit dem Horizont zu verschmelzen, ähnlich wie ich es aus Arizona in den USA kannte. Die C12 ist eine "Gravel Road" mit viel Wellblechpiste, sodass man hier nicht besonders schnell fahren kann. Hier und da sah man mal eine Gruppe Oryx oder Strauße am flimmernden Horizont. Nach einiger Zeit sind wir nach rechts auf die D601 abgebogen um unsere letzte Etappe Richtung Hobas Camp anzutreten. Wer solch eine karge Gerölllandschaft noch nicht gesehen hat wird erstmal beeindruckt sein, doch irgendwie sieht nach einiger Zeit alles sehr gleich aus. Das beeindruckendste war die leere und weite Wüstenlandschaft an sich. Das Hobas Camp ist recht neu und hat viele Stellplätze. Ich denke aber, dass nicht viele Touristen herkommen, da mit uns nur zwei Plätze belegt waren. Man sieht den Sanitäranlagen an, dass alles sehr neu ist. Modern und sauber! Vom Camp aus fährt man noch einmal 10 km bis zum Fish River Canyon. Die Stille dort war für mich persönlich beeindruckender als der Canyon selbst. Ich habe vor ein paar Jahren den Grand Canyon besucht und war deshalb nicht ganz so beeindruckt. Man kann am Fish Rriver Canyon an überdachten Picknic Plätzen Rasten und die Aussicht und Stille genießen. Wenn man von dort nach rechts weiterfährt kommt man irgendwann an eine Aussichtsplatform, welche weit in den Canyon ragt. Dort kann man wunderbar den Sonnenuntergang erleben.

Wildpferde bei Garub & Lüderitz

Tja, nun hieß es den gesamten Weg bis zu B4 wieder zurückzufahren. Es gibt quasi keinen anderen Weg am Fish River Canyon vorbei in Richtung Küste. Landschaftlich änderte sich bis Aus nicht viel. Die Strecke war geprägt von endloser Weite und im Horizont versinkender Straßen! Aufgrund dessen kamen wir sehr zügig gegen Mittag in Klein Aus Vista an. Der Campingplatz liegt ca. 2 km Abseits vom Haupthaus, hat aber nicht viel besonderes zu bieten. Wer will kann ein wenig in den umliegenden Bergen wandern gehen. Hauptattraktion der Region sind sowieso die Wildpferde bei Garub. Nach einem kleinen Mittagssnack entschieden wir uns noch spontan am selben Tag die Wildpferde zu suchen und Lüderitz zu besuchen. Die Strecke zwischen Aus und Lüderitz ist wirklich imposant! Es ist zwar weiterhin Wüstenlandschaft, wie schon zuvor amTag, aber alles wirkt noch minimalistischer und lebensfeindlicher. Diese Strecke hat mich wirklich beeindruckt! Die Wildpferde sind zu 90% an einem kleinen Wasserloch an einer Stichstraße nach rechts zu finden. Hier kommen auch immer wieder einige Strauße und Oryx vorbei!

Etwa 10km bevor wir in Lüderitz ankamen veränderte sich schlagartig das Wetter. Aus gleißender Hitze und purer Trockenheit wurde nass-kaltes Klima. Nebelschwanden taten sich auf und Wasser kondensierte an unserer Windschutzscheibe! Das alles wirkte so surreal! Lüderitz an sich hat meiner Meinung nach nicht sehr viel zu bieten, allerdings findet man hier allerlei Überbleibsel der deutschen Kolonialzeit. An jeder Ecke findet man "Metzger", "Bäcker", "Schneider" oder ein "Krankenhaus". Auf jedenfall interessant anzuschauen! Erst am nächsten Tag morgens schauten wir uns die verlassene Stadt Kolmanskoppe an. Wir entschieden uns direkt zu Beginn morgens dort hinzufahren. Wenn man früh kommt, wimmelt es noch nicht von den Touristenmassen die dort mit Bussen abgeladen werden. Aufgrund der Nähe zur Küste war es aber leider sehr nebelig und nass-kalt! Der Ausflug hat sich trotzdem gelohnt!

Die Namib

Es ging nun wieder zurück in Richtung Aus um anschließend der C13 und C27 durch die wunderschöne Namib Wüste zu folgen! Mitten in dieser großartigen Umgebung der Tirasberge übernachteten wir auf dem Campingplatz der Namtib Desert Lodge. Der Campingplatz liegt außerhalb des Haupthauses und die wenigen Stellplätze sind alle weit voneinander entfernt, sodass tolle Busch Romantik in absoluter Einsamkeit aufkommt.

Sossusvlei

Nun stand eines der Highlights unserer Tour an: Sossusvlei! Die Anreise zu unserem Campingplatz in Sesriem war wie am Tag zuvor noch einmal von der Schönheit der Namib geprägt. Im Namib Rand Nature Reserve gab es sogar für einen Teil der Strecke keinerlei Zäune links und Rechts des Weges, sodass hier noch einmal mehr Abenteuer Feeling aufkam. Für unsere Übernachtung wählten wir die Sesriem Campsite vom NWR. Um Sossusvlei bei Sonnenauf- und untergang genießen zu können ist es Pflicht in diesem Camp zu übernachten. Und ich muss sagen, es hat sich tausendfach gelohnt dieses Privilig in Anspruch zu nehmen. Nach der Ankunft im Camp sind wir allerdings zuerst zum wenige Minuten entfernten Sesriem Canyon gefahren.Dort lohnt es sich auf jedenfall einmal in den Canyon hinabzusteigen und nicht nur von oben herabzuschauen. Nach ca. 200 Metern kommt man an eine Art Gabelung. Geradeaus geht es weiter durch den sehr offenen und auch heißen Teil des Canyons. Biegt man allerdings nach links ab, läuft der Canyon mehrere hundert Meter spitz zu. Die Schatten hier unten in der Tiefe sorgen für ein sehr angenehm kühles Klima. 

Gegen späten Nachmittag machten wir uns auf ins Sossusvlei. Es gibt 3-4 Stelle an denen man auf dem Weg bis zum Ende anhalten und Dünen erklimmen kann. Die Lichtstimmung während des Sonnenuntergangs ist im Park einfach atemberaubend! Am nächsten Morgen sind wir direkt mit Parköffnung die 60km bis zum Ende durchgefahren und meisterten auch dort noch die letzten 5km Sandpiste mit unserem 4x4 Fahrzeug. Belohnt wurden wir nun mit einem Sonnenaufgang wie aus dem Bilderbuch!

Mirabib Campsite

Nach unserem Aufenthalt an diesem wunderschönen Ort ging es weiter in Richtung Namib Naukluft Park. Zuerst fuhren wir die C19 nach Norden und machten in Solitaire eine kleine Pause. Hier gibt es eine Bäckerei, welche Backwaren nach alten deutschen Rezepten verkauft. Der Apfelkuchen soll der beste in ganz Namibia sein! Die können wir so bestätigen! Leider war es sehr voll, überall wimmelte es von Touristenmassen, welche die alten Fahrzeugwracks fotografierten, welche als Touristenmagnet rund um dieses "Mini Örtchen" aufgebaut waren. Fazit: Die Bäckerei lohnt sich, die Autowracks nicht (diese findet man auch immer wieder ganz verlassen in der Wüste am Wegesrand).

Nun folgten wir der C14 noch ein kleines Stück nach Norden, bis sie einen schlenker in Richtung Küste macht. Kurz nach Einfahrt in den Namib Naukluft Park bogen wir auf eine kleine Piste nach links ab. Nun ging es an Oryx und Zebras vorbei in Richtung des Mirabib Campingplatz. Nach etwa 30 km erreicht man einen der für mich schönsten Campingplätze! Die gesamte Region des Namib Naukluft Park besteht aus einer riesigen flachen Ebene. Nichts im Umkreis von vielen Kilometern, dennoch ragt inmitten der kragen Landschaft ein riesiger Felsen empor. Rund um diesen Felsen sind mehrere Camping Stellplätze, welche an "Luxus" nur eine Trockentoilette zu bieten haben. Wir waren die einzigen Menschen weit und breit, sodass wir die Einsamkeit und Stille in vollen Zügen genießen konnten!

Walvis Bay

Walvis Bay selbst hatte für uns nicht besonders viel zu bieten. Allerdings sorgte der vorgelagerte Lagunenbereich und der Pelican Point für unglaublich tolle Eindrücke aus der Tierwelt! An derLagoon Promenade Road kann man immer hunderte von Flamingos beobachten, welche sich nur wenige Meter entfernt im flachen Wasser der Lagune befinden!

Ein noch viel größere Highlight war allerdings unsere Kayaktour rund um Pelican Point. Diese Tour haben wir bei "Pelican Point Kayaking" gebucht. Alleine die Anfahrt zu unserer Ablegestelle am Pelicanpoint war schon grandios! Auf dem Weg haben wir einige Schakale, Flamingos und Robben gesehen. Die Schakale hatten sogar grade Welpen bei sich! Vor Ort angekommen legten wir in Doppelkayaks ab und fuhren in Richtung Spitze dieser Halbinsel. Auf dem Weg tummelten sich hunderte von Robben um uns herum, welche sogar freiwillig bis direkt ans Kayak herankamen!

Swakopmund

Wie schon die Nacht in Walvis Bay haben wir uns hinreißen lassen auch die nächste Nacht in Swakopmund in einem Hotel zu schlafen. Das hatte gute Gründe: Wir befanden uns zeitlich gesehen etwa in der Mitte unserer gesamten Tour und wollten uns einfach mal zwei Tage Komfort gönnen und alles wieder auf Vordermann bringen. Außerdem gab es hier im Bereich der Küste nur wenige Campingmöglichkeiten und es wird regelmäßig ziemlich nass-kalt (siehe den Artikel zu Lüderitz: Morgens zieht der Nebel auf!). So genoßen wir also die zweite Nacht an der Küste in dem neuen BON Hotel in Swakopmund. Der ganze Ort hat etwas von einem Ostseebad Deutschlands gemischt mit amerikanischem Einfluss. Es gibt eine sehr schön gepflegte Uferpromenade, auf der sich ein Spaziergang lohnt.

Am nächsten Morgen machten wir die "Little Five Desert Tour" mit Tommy. Wir hatten sehr viel gutes über diese Tour gehört, sodass wir auch den stolzen Preis von ca. 50€ pro Person für die Tour bezahlten. Wir wurden am Hotel abgeholt und es ging nun in die Wüste. Ingesamt mit drei Fahrzeugen und 18 Personen suchten wir die Wüste nach den kleinsten Bewohnern ab, die dort leben. Tommy erzählte wirklich sehr viel interessante Details zu Flora und Fauna, allerdings war uns die Gruppe mit 18 Personen wirklich etwas zu groß. Da es grade um die kleinen Dinge in der Wüste ging, musste man sich oft durchdrängeln um einen Blick zu erhaschen. Besonders viel Aufmerksamkeit schenkte Tommy seinen kleinen Gästen (Kindern), die immer wieder Mittelpunkt seiner Vorführungen waren. Allerdings hatten wir das Gefühl, dass das Ganze immer mehr in Richtung Kinderbelustigung ging und andere Gäste eher links liegen gelassen wurden. Im Großen und Ganzen kann man zusammenfassen, dass es an sich eine lehrreiche Tour war, auf der wir Tiere gesehen haben, die wir niemals alleine gefunden hätten. Allerdings wäre eine kleinere Gruppe und eine Gleichbehandlung aller Gäste noch das Sahnehäupchen gewesen!

Cape Cross & Brandberg Rest Camp

Nun fuhren wir die C34 in Richtung Norden, dabei ließen wir erstmal den Abzweig zum Brandberg Rest Camp rechts liegen, damit wir Cape Cross noch einen Besuch abstatten konnten. Die Fahrt an der südlichen Skelettküste entlang war interessant, denn links das Meer und rechts nichts als Wüste! Bei einem kurzen Fotostop an dem Schiffswrack der Zeila wurde ich direkt von drei "Edelsteinverkäufern" belagert, die mir ihre Steinchen anderehen wollten. Es war zwar etwas unangnehm als einziger Tourist dort von den Verkäufern dort erwartet zu werden, aber sie ließen mich auch direkt in Ruhe, als ich kein Interesse zeigte. Das Wrack der Zeile war auch nciht besonders spektakulär für mich, sodass es schnell weiterging.

Bei Cape Cross angekommen, musste man noch eine geringe Eintrittsgebühr bezahlen und dann konnte man bis zum Parkplatz am Ende der Straße durchfahren. Der Gestank war gar nicht so groß wie wir nach unzähligen Internetrecherchen erwartet hätten. Dafür waren wir wirklich von der Anzahl und der Nähe der Robben überwältigt! Soweit das Auge reicht sind überall am Strand Robben verteilt, die kämpfen, spielen, säugen und dösen. Hätte die Zeit nicht etwas gedrängt hätte man hier Stunden damit verbringen können den Robben bei ihren Aktivitäten zuzuschauen. Der Ausflug lohnt sich auf jedenfall für Tierliebhaber!

Da es schon später Nachmittag war mussten wir auch schon schnell wieder los um noch vor der Dunkelheit im Brandberg Rest Camp anzukommen.

Es ging erst einmal wieder ein Stück zurück, bis man nach links auf die C35 abbiegt. Die C35 ist noch ein ordentliches Stück unbefestigte Piste mit Wellblechabschnitten. Viel zu sehen gab es hier meiner Meinung nach nicht, sodass wir trotz der Straßenverhältnisse zügig voran kamen.

Das Brandberg Rest Camp ist grundsolide. Man kann hier im Restaurant etwas essen, es gibt einen Swimmingpool und Stellplätze mit Strom.

Otjitotongwe Cheetah Guestfarm

Vom Brandberg Rest Camp folgten wir der C35 in Richtung Norden. Die Gegend war sehr karg und man begegnete immer mal wieder einem Ziegenhirten oder einem Karren mit Waren/diversen Materialien darauf. Das waren aber auch schon die einzigen Begegnungen entlang dieser Piste. Die touristischen Highlights dieser Gegend, die White Lady am Brandberg und Twyfelfontein liegen wir links liegen, da wir kein großes Interesse an den diversen Malereien hatten. Uns zog es aufgrund unserer Faszination für exotische Tiere auf die Otjitotongwe Cheetah Guestfarm. Auf dieser privat betriebenen Guest Farm hat man die einzigartige Möglichkeit Geparden hautnah zu begegnen. Sowohl Tagesbesucher als auch Übernachtungsgäste sind hier Willkommen, jedoch ist ein Besuch für Tagesgäste erst ab 16:00 Uhr möglich. Camper und Lodgegäste dürfen schon vorher aufs Gelände um sich schon mal einzurichten. Um 16:00 Uhr wird man dann am Campingplatz abgeholt und zum Haupthaus gefahren. Dort hat man ca. eine Stunde lang die Möglichkeit zahme Geparden zu streicheln, Fotos zu schießen und bei der Fütterung zuzuschauen. Diese Geparden verhalten sich wie Hauskatzen oder Hunde, denn sie wurden als Waisen aufgezogen und konnten danach aufgrund ihrer intensiven Bindung zum Menschen nicht mehr ausgewildert werden. Nach diesem besonderen Erlebnis fährt man zusammen mit dem Betreiber in ein mehrere Hektar großes Areal um dort halb wilde Geparden zu füttern. Dort konnten wir sogar mehrere Geparden Junge beobachten, die erst vor kurzem auf die Welt gekommen waren. Der Campingplatz und Lodgebereich sind an sich nichts besonderes, aber das Erlebnis mit den Geparden war so unwirklich und aufregend zugleich!

Etosha National Park

Fast gegen Ende unserer Rundreise machten wir uns zum Highlight unseres Trips auf. Da man von Otjitotongwe aus am schnellsten zum Galton Gate des Etosha Parks kommt, haben wir uns dafür entschieden dort hineinzufahren. An den Checkpoints zum Park wird man registriert, befragt und evtl. auch das Fahrzeug durchsucht. So wurden wir unter anderem am Eingang durch die Polizei befragt, ob wir eine Drohne dabei hätten, worauf ich ehrlicherweise mit "ja" antwortete. Man erklärte uns, dass das mitführen einer Drohne in den Park streng verboten ist und wir die Drohne abgeben müssten. Nach etwa einer Stunde und einem bürokratischen Aufwand im deutschen Stil bekamen wir ein Sicherstellungeprotokoll der Drohne. Glücklicherweise waren die Beamten wirklich extrem freundlich und hilfsbereit. Folgendes wurde ausgemacht: Die Drohne wird zum östlich gelegenen Von Lindquist Tor gebracht und dort kann ich sie dann nach drei Tagen abholen wenn wir den Parkwieder verlassen. Soviel vorweg, es hat alles wunderbar geklappt, so wie abgemacht.

Nach dieser kleinen Verzögerung fuhren wir in den Park in Richtung unserer ersten Übernachtungsmöglichkeit, das Olifantsrus Camp. Um die Tiere im Etosha Park zu sehen fährt man das Wegenetz und die diversen Wasserlöcher ab. Aussteigen aus dem Fahrzeug ist gefährlich und streng verboten! Bereits am ersten Tag im Etosha sahen wir schon diverse Tiere und kamen gegen späten Nachmittag am Olifantsrus Camp an. Das Camp ist komplett umzäunt, jedoch gibt es einen Aussichtsturm, welche mit dem Camp verbunden ist und sehr nah an einem Wasserloch dran steht.

Da viele Tiere in der Mittagszeit "Siesta" machen, sind wir shcon früh aufgebrochen um die vielen Wege und Wasserlöcher auf dem Weg zum Okaukuejo Camp abzugrasen. Leider hatten wir nicht ganz so viel Glück mit Tiersichtungen wie am ersten Tag. Umso schöner war jedoch das Wasserloch im Okaukuejo Camp. Hier war eigentlich immer mal wieder reger Tierbetrieb, sodass mehrmals eine Elefantenherde mit Jungtieren zum trinken vorbei kam. Vor allem Nachts kommt oft ein im Etosha seltenes Nashorn zu dem beleuchteten Wasserloch, welches sich dann mit Giraffen, Antilopen und Elefanten um die besten Plätze streiten kann.

Am letzten Tag im Etosha machten wir uns in Richtung Namutoni Camp auf. Nun gab es mit Hyänen und Löwen auch endlich mal ein paar Raubtiere zu sehen! Um die eher seltenen Tiere wie Nashorn, Löwe Gepard oder Leopard zu sehen muss man wirklich viel Glück haben und ganz genau die Umgebung wahrnehmen. Z.B. haben wir ganz versteckt in den Büschen ein totes Zebra gesehen und haben daraufhin ganz genau hingeschaut und mehrere Löwinnen mit Jungen entdeckt. Im Etosha ist es wichtig Geduld zu haben und mit offenen Augen die Wege abzufahren!

Waterberg Plateau

Nachdem wir den Etosha Park am Namutoni Gate verlassen haben (auf keinen Fall tierische Produkte aus dem Park mit hinausnehmen, es finden strenge Kontrollen statt), ging es in Richtung Süden zu unserem nächsten Ziel: Waterberg Plateau. Auf der Strecke lohnt es sich einen Stopp in Otjiwarongo einzulegen. Dort bieten sich sehr gute Einkaufsmöglichkeiten in einem Spar Markt. Von dort aus fuhren wir dann weiter zur Waterberg Plateau Campsite. Die Campsite ist recht schön und bietet einen sauberen Pool mit Aussicht auf die steilen Felsen des PLateaus. Besonders zu empfehlen ist das Frühstück auf einer Art überdachten Terrasse, mit einem wirklich atemberaubenden Blick über das Plateau. Wir haben einen Rhino Drive gebucht, bei dem man garantiert eins der drei "Hausnashörner" sieht, welche extra von einem Mitarbeiter vor wilderern bewacht wird. Man konnte sogar aussteigen und die Tiere mit gebührendem Abstand aus der Nähe betrachten.

Okonjima Lodge & Nature Reserve

Das von der Africat Foundation betriebene Okonjima Nature Reserve ist perfekt um Geparden, Leoparden und Wildhunde zu sehen. Wir haben einen Nachmittags und Morgen Game Drive gemacht. Beide Ausfahrten waren Fantastisch, wir haben einen Leoparden bei der jadt gesehen und konnten zu Fuß einen Geparden aufspüren.

N/a'an ku sê Lodge and Wildlife Sanctuary

Noch am letzten Tag unserer Reise haben wir einen Tagesausflug zum N/a'an ku sê Lodge and Wildlife Sanctuary gemacht und konnten dort bei der carnivore full feeding tour mitmachen. Gespickt mit zahlreichen Informationen zum Artenschutz waren wir bei der Fütterung von typischen Raubtieren Afrikas dabei.